The Data Report 2008

ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

Allen ehrgeizigen sektoralen Zusagen aus dem Jahr 2005 liegt das Versprechen zugrunde, bis 2010 zusätzliche $25 Milliarden für die Entwicklungszusammenarbeit in Afrika zu mobilisieren, und dieses Geld effektiv einzusetzen. Aufgrund einiger Konkretisierungen entspricht die von der G7 zugesicherte Gesamtverpflichtung jetzt einer Erhöhung von $15,8 Milliarden im Jahr 2004 auf $37,6 Milliarden im Jahr 2010 — ein Anstieg um zusätzliche $21,8 Milliarden. Drei Jahre, nachdem diese Versprechen gemacht wurden, sind lediglich $3 Milliarden zusätzlich von der G7 bereitgestellt worden − $18,8 Milliarden stehen noch aus.
(Die OECD-DAC-Nationen versprachen die Bereitstellung von insgesamt $26,1 Milliarden an zusätzlichen ODA-Leistungen für die subsaharischen Länder Afrikas bis 2010; bis dato stellten sie $3,934 Milliarden dieser Gesamtsumme bereit.) Für eine lineare ODA-Steigerung bis hin zur Erfüllung der gesamten Zusage im Jahr 2010 hätten die G7 die Zuwendungen zwischen 2006 und 2007 um $5,88 Milliarden erhöhen müssen. Mit zusätzlichen Zuwendungen von lediglich $837 Millionen für 2007 wurde dieses Ziel um $5,04 Milliarden unterschritten.


Was den Ehrgeiz der ursprünglich erteilten Zusagen und auch die Fortschritte beim Erreichen dieser Zusagen anbelangt, gibt es große Unterschiede zwischen den Geberländern. Insgesamt waren die Zusagen der G8-Staaten, die auch Mitglied der EU sind, ehrgeiziger. Allerdings wurden sie bisher noch nicht in großem Umfang erfüllt. Die Zusagen von Kanada, Japan und den USA dagegen waren um einiges anspruchsloser und diese Länder sind ihren Zielen um ein geringes Maß näher. In der diesjährigen Analyse zog DATA zur Ermittlung der ODA-Leistungen der G7-Geberländer für 2008 aktuell verfügbare Haushaltsinformationen heran. Insgesamt erwartet DATA eine Erhöhung der ODA-Leistungen 2008 um $2,6 Milliarden durch die G7 − eine sehr viel größere Steigerung als in den vergangenen Jahren. Dennoch fällt diese Erhöhung um $3,8 Milliarden zu gering aus, um das 2010-Ziel auf einem linearen Kurs zu erreichen. Aus der Analyse der Haushaltsplanungen ergibt sich, dass zwei Geberländer − die USA und das Vereinigte Königreich − Haushaltsvorkehrungen getroffen haben, die es nach Schätzungen von DATA beiden Ländern ermöglichen sollten, ihre Ziele für 2010 zumindest annähernd zu erreichen.

 

DAS HILFSVERSPRECHEN

$21,8MrdDie Summe der zusätzlichen, von den G8 bis 2010
für Afrika versprochenen, jährlichen Hilfe

Darüber hinaus bewertet die Analyse vier Maßnahmen zur Wirksamkeit der Entwicklungspolitik anhand von Indikatoren, die im Rahmen der Pariser Deklaration durch alle G8-Staaten vereinbart wurden. Insgesamt berücksichtigt der Bericht zehn Indikatoren in den Bereichen Transparenz und Berichterstattung, Vorhersagbarkeit, Nutzung nationaler Systeme sowie Lieferaufbindung und lokale, wettbewerbsfähige Beschaffung. Mit Hilfe dieser Indikatoren hat DATA die Geberländer nach höchster bis geringster Effektivität der Entwicklungszusammenarbeit in vier Gruppen eingestuft: Das Vereinigte Königreich; Kanada und Deutschland; Frankreich und Japan; Italien und die USA.