Nach den derzeit verfügbaren Daten hat das Vereinigte Königreich seine für 2007 gegebene Zusage, bilaterale ODA-Leistungen an die subsaharischen Länder Afrikas zu verdoppeln, nicht eingehalten. Es hat jedoch den Umfang seiner ODA an Afrika stärker erhöht als jedes andere G8-Land. Nach Schätzungen von DATA ist zu erwarten, dass das Vereinigte Königreich in seinen Bemühungen, das Ziel von 2010 zu erreichen, auch weiterhin nicht auf Kurs sein wird. Längerfristige Budgetplanungen zeigen jedoch einen positiven Trend auf, der dem 2010-Ziel nahe kommt. Sowohl bei der Qualität der Entwicklungszusammenarbeit als auch im Bildungsbereich nimmt das Vereinigte Königreich eine klare Vorreiterrolle ein. Darüber hinaus war es auch bei Forderungen in Europa nach einer entwicklungsfördernden Außenhandelsreform Maß gebend; eine Durchsetzung dieser Reform ist der EU allerdings nicht gelungen.
2007 fielen die ODA-Leistungen des Vereinigten Königreichs an die subsaharischen Länder Afrikas ohne Berücksichtigung bilateraler Schuldenerlasse niedriger aus als erwartet und stiegen lediglich um £26 Millionen ($48 Millionen). Um in einer linearen Ausgabenprojektion auf Kurs zu sein, wäre eine Erhöhung in Höhe von £662 Millionen ($1,213 Milliarden) erforderlich gewesen. Tatsächlich ging die bilaterale ODA an die Region ohne Berücksichtigung des Schuldenerlasses um £32 Millionen ($59 Millionen) zurück, während die multilaterale ODA um £58 Millionen ($106 Millionen) anstieg. Bis dato hat das Vereinigte Königreich im Zeitraum 2004 bis 2007 die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit mit den subsaharischen Ländern Afrikas um £566 Millionen ($ 1,037 Milliarden) erhöht.
DATA geht davon aus, dass die ODA-Leistungen des Vereinigten Königreichs an Afrika 2008 rund 39,6% seiner ODAGesamtleistungen oder £2,425 Milliarden ($4,127 Milliarden zu Preisen von 2004) betragen werden. Dies entspricht einer Erhöhung von £287 Millionen ($490 Millionen zu Preisen von 2004), ist aber geringer als die Erhöhung von £562 Millionen ($957 Millionen zu Preisen von 2004), die 2008 notwendig gewesen wäre, um auf Grundlage der linearen Ausgabenprojektion auf Kurs zu sein.4 Längerfristige Mittelbindungen zeigen jedoch einen positiven Entwicklungsverlauf auf, der das Vereinigte Königreich seinem Ziel bis 2010 nahebringen wird.