Neben der Analyse der im Bereich Regierungsführung und Sicherheit eingegangenen Zusagen der afrikanischen Regierungen hat sich DATA im diesjährigen Bericht bemüht, einige der wichtigsten von afrikanischen Staats- und Regierungschefs eingegangenen sektoralen Verpflichtungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Handel darzustellen. Wie auch bei Regierungsführung und Sicherheit, setzt wahrer Fortschritt Partnerschaft und Übereinstimmung in Bezug auf Prioritäten voraus.
Die größte Herausforderung beim Verfassen dieses Kapitels war der Mangel an Daten. Afrikanische Initiativen zur Überwachung der eigenen Zusagen sind größtenteils unterfinanziert und an Daten heranzukommen gestaltet sich oft schwierig. Sogar die von großen internationalen Institutionen bereitgestellten Statistiken sind veraltet und dünn gesät. In diesem Zusammenhang stellt der kürzlich entwickelte Ibrahim Index eine wichtige Neuerung dar. DATA begrüßt auch die Arbeit des African Monitor, der die Versprechen, die den Menschen in Afrika von der internationalen Gemeinschaft und ihren eigenen Regierungen gegeben wurden, zusammenstellt und auswertet. Darüber hinaus misst der African Monitor erzielte Fortschritte an den gegebenen Zusagen. Mit zusätzlicher Unterstützung könnten seine Ergebnisse zu besseren Daten und somit zu einem umfassenderen Bild führen. Wenn die Darstellung in diesem Kapitel auch nicht erschöpfend ist, so zeigt sie doch den Bedarf an weiterer Forschung und Rechenschaftspflicht auf, damit die afrikanische Zivilgesellschaft die Bemühungen ihrer eigenen Regierungen besser überwachen kann.
Im Gesundheitssektor haben afrikanische Regierungen zugesagt, die inländischen Ressourcen für das Gesundheitswesen zu erhöhen, die Grundsätze der „Three Ones“-Initiative zu HIV/ Aids zu befolgen, um die Effizienz und die Koordination der Zusammenarbeit mit allen beteiligten Partnern zu optimieren, und Pläne zur Steigerung der Leistungsfähigkeit im Gesundheitsbereich zu erarbeiten. Vier afrikanische Länder erreichten 2004 ihr Ziel, 15% ihrer Budgets für den Gesundheitssektor bereitzustellen. Die meisten Länder (für die Daten zur Verfügung stehen) haben sowohl auf die Umsetzung der Grundsätze der „Three Ones“ hingearbeitet, als auch einen Plan für mehr Fachkräfte im Gesundheitswesen konzipiert, wobei für diese Vorhaben noch Finanzierungsbedarf besteht.
Im Bildungssektor haben afrikanische Regierungen Einsparungen aus dem Schuldenerlass und inländische Ressourcen eingesetzt, um die Zahl der Kinder, die eine Schule besuchen, zu erhöhen. Der Anstieg der Schulanmeldungen hob jedoch erneut hervor, dass es notwendig ist, sich mit dem Problem der Unterrichtsqualität und der Abschlussquoten zu befassen. Zur Lösung dieses Problems haben die Regierungen eine längerfristige Planung zugesagt und die Finanzierung priorisiert. Afrikanische Regierungen sind dabei, langfristige Pläne mit ausführlichen Angaben über Finanzierungsdefizite in Bereichen auszuarbeiten, in denen die internationale Gemeinschaft die Entwicklungsziele der Länder unterstützen kann.
Afrikanische Regierungen haben dem Entwurf von Plänen für den Wassersektor zugestimmt und haben außerdem den Ministerrat der African Ministerial Conference on Water (AMCOW) gegründet, der afrikanischen Regierungen erstmals Gelegenheit gibt, ihren Mittelbedarf gemeinsam zu koordinieren und einen umfassenden Finanzierungsansatz zu entwickeln. Darüber hinaus verbleibt den Regierungen ausreichend Raum zur Identifizierung konkreter Maßnahmen, die auf nationaler Ebene ergriffen werden können, um Verbesserungen im Wassersektor herbeizuführen.
Während afrikanische Länder darauf hinarbeiten, ihren Anteil am globalen Handel zu erhöhen, setzen sie sich gleichzeitig mit Fragen des innerafrikanischen Handels auseinander und verknüpfen Handelspolitik mit nationaler Wirtschaftsentwicklungspolitik. Zahlreiche afrikanische Länder haben regionale Wirtschaftsräume gegründet, mit denen ihre gemeinsame wirtschaftliche Stärke erhöht und der innerafrikanische Handel intensiviert werden kann. Gleichzeitig kombinieren immer mehr afrikanische Länder Handels- und Investitionsförderprogramme mit Strategien zum Abbau der Armut und arbeiten an einem verbesserten Wirtschaftsklima, um die Umsetzung dieser Maßnahmen zu optimieren.