WELCHE ZUSAGEN HAT DEUTSCHLAND GEMACHT?

‘Deutschland hat sich verpflichtet, 2010 (unterstützt durch innovative Finanzierungsinstrumente) einen Anteil von 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Leistungen der Entwicklungszusammenarbeit (ODA) bereitzustellen. Bis 2015 soll dieser Anteil auf 0,7 Prozent wachsen.’

Diese Zusage hat Deutschland beim G8-Gipfel in Gleneagles 2005 gemacht. Zuvor wurde sie bereits im Rahmen des EU-Stufenplanes zur Entwicklungszusammenarbeit in Gleneagles (2005) gegeben. Die EU-Zusage sah vor, dass 50 Prozent der Zuwächse der Leistungen der Entwicklungszusammenarbeit (ODA) in die sub-saharischen Länder Afrikas fließen.

Für die Erfüllung seiner Zusage von Gleneagles müsste Deutschland die ODA-Mittel für die sub-saharischen Länder Afrikas von €1,880 Milliarden ($2,712 Milliarden) im Jahr 2004 auf €4,526 Milliarden ($6,529 Milliarden) in 2010 aufstocken. Gemessen an den G7-Geberländern ist dies die viertgrößte Zusage – sowohl hinsichtlich des absoluten Umfangs als auch des Anteils am prognostizierten BNE (0,19 Prozent).

GESAMTBEURTEILUNG

Trotz umfangreicher und lobenswerter Aufstockungen der Mittel für die sub-saharischen Länder Afrikas in den Jahren 2007 und 2008 liegt Deutschland gemessen am Ziel für 2010 im Rückstand. Für 2009 sind weitere erhebliche Mittelerhöhungen im Haushalt eingeplant. Das Erreichen des Ziels für 2010 ist weiterhin möglich, erfordert aber eine noch größere Aufstockung im letzten verbleibenden Haushaltsjahr.

Hinsichtlich der Wirksamkeit der EZ bewegt sich Deutschland im Durchschnitt der G7-Staaten. Die Ausgaben für die Wasser- und sanitäre Versorgung in afrikanischen Ländern südlich der Sahara waren höher als bei allen anderen G8-Ländern. Hier liegt Deutschland klar an der Spitze. Eine Spitzenposition nimmt Deutschland auch bei der Mittelbeschaffung mit Hilfe innovativer Finanzierungsinstrumente ein. So ist Deutschland beispielsweise das erste G8-Land, das Mittel für Entwicklungszusammenarbeit durch die Versteigerung von CO2-Emissionsrechten finanziert. Wie alle anderen EU-Mitglieder auch, versäumte es Deutschland jedoch, entwicklungsfördernde Handelsreformen einzuleiten.

AUSBLICK

Deutschland erhöhte die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit mit Sub-Sahara-Afrika 2007 und 2008 in beträchtlichem Umfang. 2009 werden sie erneut steigen. Führende deutsche Politiker erklärten, dass Entwicklungszusammenarbeit trotz – und wegen – der Finanzkrise einen hohen Stellenwert genießt. Unterstrichen wurde dies dadurch, dass Deutschland $144 Millionen (€100 Millionen) aus seinem nationalen Konjunkturpaket für Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern bereitstellt. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Deutschland die Haushaltsmittel für Entwicklungszusammenarbeit auch in Zukunft beträchtlich erhöht und dass der Großteil dieser zusätzlichen Mittel nach Sub-Sahara-Afrika fließt. Die sich über die vergangenen drei Jahre abzeichnende positive Entwicklung muss unabhängig von der parteilichen Zusammensetzung der Regierung nach den Wahlen im September 2009 fortgeführt werden. Es macht Hoffnung, dass Kabinettsmitglieder beider Koalitionsparteien für 2010 eine beträchtliche Erhöhung der ODA-Mittel in Aussicht gestellt haben. Diese zusätzlichen Mittel müssen in Form von Zuschüssen fließen, damit die afrikanischen Länder südlich der Sahara von ihnen profitieren, ohne erneut eine Überschuldung zu risikieren.10 Dadurch kann Deutschland seine internationale Glaubwürdigkeit als verantwortungsvoller Partner für die Entwicklungsländer weiter ausbauen.

ODA CHART

DEUTSCHLANDS ODA FÜR SUB-SAHARA-AFRIKA UND DAS ZIEL FÜR 2010

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WELCHE ODA-LEISTUNGEN FLOSSEN SEIT 2004?

 

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