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Haushaltsentwurf 2012 für Entwicklung enttäuschend


11.07.2011 17:08Uhr
von ONE Deutschland

Vergangenen Mittwoch hat unser Finanzminister, Wolgang Schäuble, den Haushaltsentwurf für das Jahr 2012 vorgestellt. Leider wurde das Budget für das Entwicklungsministerium nicht erhöht – und das, obwohl die Zivilgesellschaft die Regierung kontinuierlich dazu aufgefordert hat, mehr Geld für die Ärmsten in die Hand zu nehmen.

Noch einen Tag vorher haben wir zusammen mit Deine Stimme gegen Armut und anderen Organisationen dazu aufgerufen, eine Petition an Angela Merkel und Wolfgang Schäuble zu unterschreiben. Insgesamt forderten so noch kurz vor Schluss knapp 8.000 Menschen die Bundesregierung auf, den Entwicklungsetat weiter zu erhöhen. Leider vergeblich: Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2012 sieht eine Erhöhung von nur 113,8 Millionen Euro vor.

Immerhin konnten wir das Schlimmste verhindern – denn Anfang des Jahres war noch gemunkelt worden, der Entwicklungsetat würde vielleicht sogar gekürzt! Damals hatten wir mit den Stimmen von über 3200 ONE-Unterstützern und zahlreichen prominenten ONE-Freunden Druck gemacht, damit die Regierung im Kampf gegen extreme Armut schneller macht anstatt zu bremsen. Die Kürzungen sind vom Tisch – aber wird sind dennoch nicht zufrieden. Mit diesem Haushalt kommt Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen nicht nach. Gerade zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland den Vorsitz des UN-Sicherheitsrates übernommen hat, finden wir, dass dies ein echt schlechtes Zeichen an die internationale Gemeinschaft ist.

Im Vorfeld haben sich sogar viele Bundestagsabgeordnete für eine starke Erhöhung der Mittel für Entwicklung ausgesprochen – mehr als die Hälfte des Parlaments will, dass Deutschland sein 0,7%-Ziel einhält. Tobias Kahler, unser ONE-Direktor in Deutschland ist deswegen besonders enttäuscht: „Trotz der Forderung von über der Hälfte der Bundestagsabgeordneten, mehr Mittel aufzuwenden, um das 0,7%-Ziel bis 2015 noch zu erreichen, bricht die Bundesregierung weiterhin internationale Zusagen – selbst wenn die steigenden entwicklungsbezogenen Ausgaben des Auswärtigen Amtes einbezogen werden“, sagte er.

Aber wir geben uns noch längst nicht geschlagen: „Gerade angesichts der Tatsache, dass Deutschland vor einigen Tagen den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat übernommen hat und noch dazu konjunkturell wirklich gut dasteht, ist dieser Haushaltsentwurf ein ausgesprochen schlechtes Zeichen nach außen. Im weiteren parlamentarischen Haushaltsverfahren müssen Aufwüchse kommen.” Unterstützung in der Bevölkerung haben wir. Als wir vor einigen Wochen durch Berlin gezogen sind, um zu fragen, ob die Menschen glauben, Deutschland zahle zu viel oder zu wenig für Entwicklung waren die meisten überrascht, wie wenig es eigentlich ist.

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Was uns am Haushaltsentwurf besonders stört, ist dass die Bundesregierung so tut, als gäbe es im Entwicklungsbereich Aufwüchse von 750 Millionen Euro. Das stimmt aber gar nicht. Im Vergleich zum letzten Jahr gibt es 113,8 Millionen mehr – nur im Vergleich zu der mittelfristigen Finanzplanung, die aber Kürzungen enthielt, sind es 750 Millionen mehr. Tobias Kahler sagte dazu „Immerhin scheint es der Bundesregierung peinlich zu sein, internationale Zusagen zu brechen. Dies versucht man nun durch billige Zahlenspiele zu verschleiern. Aber das ist so, als würde ich Bananen für einen Euro erst mit vierzig Euro das Kilo auspreisen, um mich dann für 90 Prozent Preisnachlass feiern zu lassen.”

Schlagworte: Angela Merkel, Deine Stimme gegen Armut, Deutschland, Entwicklungszusammenarbeit, Haushaltsverhandlungen, Millennium-Entwicklungsziele (MDGs), ONE, Politik Aktuell

 



4 Kommentare

  1. dellefant mariasays: 12.07.2011 20:53 Uhr

    12.07.2011 at 20:53

    Die Erde für alle.

  2. Spyros Sotirakissays: 09.10.2011 10:08 Uhr

    09.10.2011 at 10:08

    One World One Time One Note One Choise One Dream One Life One God we will survive!!!,please spend your “Time” for reaction about the people our brothers and sisters. I am, You are just be just pray just deliver or can we spend us each other
    for be in utopia or in heaven like me;

  3. Swaantje Jankesays: 09.10.2011 20:23 Uhr

    09.10.2011 at 20:23

    wangari maathai sagte, dass entwicklungshilfe nicht reicht. dass weichen gestellt werden müssen, um afrika wieder auf die beine zu helfen. das fängt bei fairem handel an und hört bei hilfen wieder land urbar zu machen und alte bewässerungstechniken wieder zu nutzen wie die alten nabatäer. es gibt schweizer, die da vorbildlich voran gehen. entwicklungshilfe ist für mich auch nicht der richtige ausdruck. das klingt als sei afrika nicht entwicklungsfähig. afrkia ist ein reicher kontinent gewesen bevor wir es kolonialisierten und in die steinzeit ausbeuteten. die herrscher haben damals mitgetan, genauso wie heute. auch dagegen sollten sich afrikaner lernen zu wehren.
    in wirklichkeit zahlt die usa, die eu und deutschland entwicklungsgelder und beuten die rohstoffe, naturalien und menschen in afrika weiter aus. das muss sich ändern! sonst könnt ihr noch entwicklungshilfe bis zum sankt nimmerleinstag leisten. 25 jahre benefiz sind 25 jahre der falsche weg!
    denn was hat sich in dieser zeit gebessert? nichts! im gegenteil!

  4. Alicia Blázquezsays: 10.10.2011 11:43 Uhr

    10.10.2011 at 11:43

    Hallo Swaantje,

    du sprichst ganz viele wichtige und richtige Punkte an, vielen Dank für dein Feedback!

    Du hast Recht, damit Investitionen in Entwicklung funktionieren, müssen auch in anderen Politikfeldern die entsprechenden Weichen gestellt werden. Auch wir sind der Meinung, dass faire Handelsbedingungen unbedingt dazu gehören, hier findest du unsere Einschätzung dazu: http://www.one.org/c/de/die_themen/1803/

    Du sprichst auch die Rohstoffvorkommen in Afrika an. Ein wichtiger Punkt! Aktuell arbeiten wir sehr viel zum Thema Transparenz im Rohstoffsektor, also zu der Frage, was man besser machen kann, damit die in vielen Entwicklungsländern vorhandenen Rohstoffvorkommen und die daraus generierten Erträge zum Wohle aller eingesetzt werden. Hier findest du dazu mehr Infos: http://www.one.org/c/de/actnow/3622/

    In einem Punkt muss ich dir allerdings widersprechen: Dank wirksamer Entwicklungszusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Menge verbessert. Natürlich ist noch viel zu tun, aber wir finden, es ist wichtig, sich auch vor Augen zu führen, was die Menschen in Afrika mit internationaler Unterstützung schon erreicht haben. Denn das macht Mut für den verbleibenden Weg! Genau darum geht es auch bei unserer Kampagne Living Proof. Hier findest du eine Menge “lebende Beweise” dafür, dass Entwicklungszusammenarbeit funktioniert: http://www.one.org/livingproof/de/

    Es geht also voran, aber es muss noch viel getan werden. Auch weil du das Thema Landwirtschaft angesprochen hast, empfehle ich dir noch, dir mal unsere aktuelle Kampagne gegen die Hungersnot anzusehen. http://act.one.org/sign/Beende_die_Hungersnot/ Vielleicht magst du ja mitmachen?

    So oder so, vielen Dank für dein Interesse und deine Rückmeldung!

    Schöne Grüße

    Alicia

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